1. In der Kürze liegt die Würze
Ein Redaktionsalltag bedeutet Stress und Stress bedeutet wiederum, dass die Personen, die eure Bewerbung durchschauen, nicht viel Zeit zur Verfügung haben. Eine voll geschriebene DIN-A4-Seite bedeutet mehr Aufwand für die Sachbearbeiter. Außerdem will man sehen, dass ihr euch präzise ausdrücken könnt und eure bedeutendsten Qualitäten in das Anschreiben packt. Natürlich ist es ebenfalls wichtig stilistisch schön zu schreiben, aber das geht genauso gut mit weniger Sätzen.
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| (Quelle: av-mittelrhein.ibk.me) |
2. "Fascinating people" gesucht
Habt ihr schon mal gehört, dass ProSieben nach "Fascinating people" sucht? Das bedeutet für eure Bewerbung, dass sie nicht langweilig sein darf. Lasst eurer Kreativität freien Lauf! Es geht in der Bewerbung darum, zu zeigen, dass ihr etwas Besonderes seid. Gleichzeitig heißt es, mutig zu sein und aus der Menge herauszustechen. Floskeln wie "hiermit bewerbe ich mich aufgrund der Online-Anzeige usw." könnt ihr komplett weglassen. Das nimmt nur den nötigen Platz weg, um wirklich auszudrücken, was ihr auf dem Kasten habt.
3. Interesse vorgaukeln
"Ich schaue jeden Tag VOX, vor allem finde ich Shopping-Queen toll." Dass ihr an der Redaktion Interesse habt, zeigt ihr, indem ihr euch bei dieser Redaktion und keiner anderen bewerbt. Ich würde darauf nur eingehen, wenn in der Anzeige explizit erwähnt wird, dass man reinschreiben soll, warum man sich gerade für diesen Sender bewirbt. Falls ihr eine Sendung toll findet, solltet ihr das am besten mit einem Vorschlag für eine neue Idee verbinden. Was könnte man in der Sendung für Themen behandeln? Was könnte man ändern? Daran sieht man, dass ihr weiterdenkt als andere.
4. Eigenlob stinkt
Falsch! Sich selbst zu loben ist eine wichtige Eigenschaft. Kleine Erfolge zu feiern, hält die Motivation am Leben. Im Anschreiben muss deutlich werden, dass ihr eure Qualitäten zu schätzen wisst und einsetzen könnt. Ihr sollt nicht schreiben "ich bin die/der Allerbeste", aber natürlich dürft ihr schreiben: "Ich schreibe fehlerfreie und spannende Texte, weil..." An dieser Stelle darf die Begründung nicht fehlen und dann wirkt das Ganze gar nicht arrogant oder eingebildet: "..., weil ich aus jeder Jahreshauptversammlung einen humorvollen Text schreibe und nicht nur die rohen Fakten aufnehme." Dazu noch die passende Arbeitsprobe und schon stimmt das Gesamtbild.
5. Alles zertifiziert
Nachweise für Praktika, Workshops usw. sind notwendig, um zu belegen, dass ihr all die Kenntnisse wirklich erworben habt. Das heißt jedoch noch lange nicht, dass ihr Qualifikationen, die ihr eigenständig erarbeitet habt, nicht in das Anschreiben reinnehmen dürft. Seid ihr fleißig und arbeitet vielleicht Zuhause an Schnittprogrammen und versucht euch immer weiterzubilden, wo es geht? Dann schreibt das unbedingt rein. Immerhin könnt ihr eure Fähigkeiten später nachweisen, falls es erwünscht ist.
6. Rollentausch
Stellt euch nun mal vor, ihr würdet jemanden in eure Redaktion aufnehmen wollen und lest euch eure Bewerbung durch. Würdet ihr euch selbst einstellen? Wenn ja, warum? Was ist gut gelungen und was eher schlecht? Wirkt ihr selbstbewusst oder eher eingeschüchtert?
Wenn ihr die Punkte berücksichtigt, bekommt ihr kein langes Bewerbungsanschreiben, aber dafür eins, das eure Individualität hervorhebt. Ihr zeigt, dass ihr in wenigen Sätzen eure Qualifikationen begründet ausdrücken könnt. Denn ein Bewerbung zu schreiben ist nichts anderes, als seine Qualifikationen und seine Arbeitsleistung "zum Kauf anzubieten". Je attraktiver das Angebot, desto begehrter ;).

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