Zu allererst musst du prüfen, ob du für den Beruf des Journalisten geeignet bist. Schreibst du gerne Texte mit Pfiff, bist stets neugierig und hast im Gefühl, wofür Menschen sich interessieren? Du hast immer eine Frage parat und weißt, wie du die Antwort darauf verpacken kannst? Herzlichen Glückwunsch, du hast die ersten Grundlagen ein Journalist zu werden. Konntest du die Fragen nicht mit "Ja" beantworten, solltest du dir vielleicht noch mal überlegen, ob deine Stärken und Vorlieben nicht woanders anzusiedeln sind.
1. Studium
Ohne ein Studium wird es im Journalismus schwierig, aber nicht unmöglich. Die Ansprüche reichen so weit, dass in manchen Redaktionen sogar ein Masterstudium fürs Volo vorausgesetzt wird. Ein B.A.-Studium reicht meistens aus. In welche Richtung das Studium geht (Rechtswissenschaft, Naturwissenschaft) ist im Grunde genommen nicht wichtig. Die Studienwahl bietet jedoch Vorteile, da man auf seinem Gebiet dann Expertenwissen nachweisen kann. Beim ZDF werden ausdrücklich folgende Studienrichtungen verlangt:
-Naturwissenschaften
- Netzkompetenz/Informatik
- Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Medienmanagement
- Rechtswissenschaften
In anderen Redaktionen findet man auch mit Medienwissenschaften oder Kommunikationswissenschaften einen Volontariatsplatz. Viel wichtiger ist nicht der Schwerpunkt des Studiums, sondern die Praxis, die das Ganze abrundet.
2. Praktische Erfahrung
a) Praktika
Das A und O fürs Volontariat bildet die praktische Erfahrung und die muss meist während des Studiums (Semesterferien) erfolgen. Der erste Schritt ist bei den meisten ein Praktikum. Das sollte aber keineswegs beliebig gewählt werden, sondern strategisch. Der Hintergedanke muss sein: Wo will ich hin? Zur Auswahl stehen anfänglich das Pressepraktikum und das Radiopraktikum, denn für das Fernsehpraktikum muss man bereits Erfahrung nachweisen können. Will jemand gezielt bei Presse oder Radio arbeiten, bekommt er durch das Praktikum einen perfekten Einstieg. Ist die Fernsehredaktion das Endziel, sollte man unbedingt beim Radio ein Praktikum anfangen, nicht bei der Zeitung. Nicht umsonst wird unter Rundfunk Fernsehen und Hörfunk zusammengefasst, denn die beiden Medien haben viele Gemeinsamkeiten. Auch wenn es graduelle Unterschiede zwischen Radio- und Fernsehsprache gibt, sind Vertonung und Schnitttechniken für beide Medien übergreifend. Wartezeiten für Praktika können ein Jahr betragen, teilweise länger oder kürzer. Bekommt man jedoch nicht das gewünschte Praktikum, kann man bei Freien Radios oder Offenen Kanälen qualifizierte praktische Erfahrungen sammeln. Während man bei bekannten Radiosendern nur O-Töne (Original-Töne) sammelt, kann man beim Freien Radio ganze Sendungen gestalten und moderieren sowie eigene Beiträge erstellen.
b) Freie Mitarbeit
Freie Mitarbeit hört sich ernster an als sie ist. Viele trauen sich den Schritt in die Freie Mitarbeit nicht zu, dabei kann man sich bereits nach einem beliebigen Praktikum für eine Freie Mitarbeit bei einer regionalen Zeitung bewerben. Anders als beim Praktikum arbeitet man völlig selbstständig. Man erhält Aufträge von der Redaktionsassistenz, die man je nach Zeitplan annehmen oder absagen kann. Oft beginnt man mit einem kleineren Artikel und steigert sich nach und nach. Wichtig ist, dass man eine gute Kamera besitzt, da häufig keine gestellt wird. Ein Tropfen Selbstbewusstsein für die Aufträge kann auch nicht schaden. Aufträge im Kulturressort sind z.B. Theaterveranstaltungen und im Regionalressort Jahreshauptversammlungen und Stadtfeste. Insgesamt gibt es eine große Palette an Themen. Das Entscheidende ist, dass man seine eigene Ideen in die Texte einbaut. Wenn man zu einer Veranstaltung geht, muss man im Hinterkopf haben, wie man seinen Artikel aufbaut. Danach richten sich nämlich die Fragen, die man dort stellt.
Grundsätzlich kann man nicht sagen, je mehr Praktika, desto besser. Es kommt darauf an, was man während des Praktikums lernt. Produziert man eigene Inhalte oder ist man nur Laufbursche? Darf man selbstständig arbeiten und eigene Ideen verwirklichen? Insofern rundet eine Freie Mitarbeit die Erfahrung aus einem Praktikum ab. Sie gibt dem angehenden Journalisten Raum kreativ zu denken und aus den gegebenen Grundlagen seine eigene Geschichte zu bauen.
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