„Ich volo gern ’was mit
Medien machen“ – kennt man, hört man, nervt Mann! Es ist ja nicht so, dass den
faulen Medienleuten alles zufliegt. Nur die Besten kämpfen sich durch die
Schlingpflanzen des Mediendschungels, ohne sich an einer selbst zu strangulieren.
Während der Typ praxis-orientierter Tarzan sich tapfer durch den Dschungel
manövriert, schreien die neidischen
Affen immer lauter. Das ist eben alles, was sie können: Schreien. Der Typ intelligenter
Forscher hingegen, forscht und forscht und forscht, vergisst dabei jedoch die
Praxis. Am Ende darf sich nämlich nicht jeder ruhmreich „Medienfuzzi“ oder „Medienguru“
nennen, deshalb werden von vornherein die weichen Bananen von den harten
Kokosnüssen getrennt. Kokosmilch schmeckt nun mal wirklich lecker! Immerhin
schaffen es 2 von 200 Bewerbern sich durch Ellenbogentechnik oder
Bewerbungsklau durchzusetzen.
Als Belohnung für die
Lebenslaufjäger gibt es ein Volontariat. Sogar das schlaue Wikipedia spuckt
unter diesem Begriff eine „gesetzlich nicht genau geregelte Ausbildung“ aus. Besser
gesagt, eine Ausbildung zum Redakteur im journalistischen Sinne, im
Zweifelsfall auch zum Kaffeespezialisten, je nachdem in welcher Ecke des
Dschungels man gelandet ist. Im Camp Tarzan darf man viel machen, man hangelt
sich von Liane zu Liane, bekommt viel zu sehen und, wie man es nennt, „branchenübliche
Vergütung“. Als verzweifelte Jane lässt man ein sechsmonatiges Praktikum ohne „Money-Mashine“
über sich ergehen, damit erst danach entschieden wird, ob die Jury einen in den
Recall schickt oder nicht. Wenn man das Glück hat, bekommt man 600€ Netto und
kann sich aus ein paar Grashalmen eine Hütte bauen.
Ist man bereits von der
Volontaritis befallen, kommt jede Hilfe zu spät. Kein „Doktor Bob“ der Welt
kann einen dann noch mit Ratschlägen in seinem Fachenglisch berieseln. Am
Sterbebett säuselt man die letzten Worte mit geknickter Stimme: „Ich bin ein
Medienopfer – holt mich hier raus!“ Überlebt man das Übel, weil „die Geissens“
ein glamouröses Botoxgegenmittel erfunden haben, geht der Zirkus von vorne los.
In der Medienwelt gilt eben das Motto: Nothing ist unpossiblich.
Als einziger Ausweg bleibt die
Krankmeldung mit der Begründung: „Ich habe mich von den Folgen der Volontaritis
nicht erholt.“

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